10 Monate ohne dich
Und ich kann es immer noch nicht begreifen
Zehn Monate ohne dich.
Zehn Monate, in denen die Welt sich weiterdreht – und ich oft das Gefühl habe, stehen geblieben zu sein.
Ich kann es immer noch nicht begreifen. Nicht verstehen, was uns da eigentlich passiert ist.
Denn so etwas passiert doch nur anderen. Nicht uns.
Nicht uns, die Pläne hatten, Träume, ein gemeinsames Leben. Wir waren doch mitten drin – im Alltag, im Chaos, in der Liebe. Und dann, von einer Sekunde auf die andere, warst du einfach weg.
Es gab kein Verabschieden, kein letztes Auf Wiedersehen.
Keine Chance auf letzte Worte, keine Zeit für ein „Ich liebe dich“.
Nur Stille. Leere. Ein Moment, der alles verändert hat.
Wenn der Hund an der Tür bellt
Noch heute gibt es Tage, an denen ich denke, du kommst gleich nach Hause.
Wenn der Hund bellt, drehe ich mich um, ganz automatisch.
Für einen winzigen Augenblick bin ich sicher – das bist du.
Du kommst von der Arbeit, gleich öffnet sich die Tür, gleich höre ich dein Lachen, gleich bist du da.
Doch dann wird mir wieder bewusst: Das kann nicht mehr sein.
Nie wieder.
Und dieser Gedanke trifft jedes Mal aufs Neue.
Nicht mehr so scharf wie am Anfang, aber immer noch tief.
Ist es normal, zu vergessen, was passiert ist?
Manchmal frage ich mich, ob es normal ist, zwischendurch zu vergessen.
Diese Sekunde des Glaubens, dass alles wie früher ist – bevor die Realität wieder laut in mein Herz fällt.
Ich glaube, ja. Es ist normal. Vielleicht sogar wichtig.
Ein kleiner Moment des Schutzes, eine Pause für das Herz.
Denn wie sollte es auch anders sein? Wir haben Jahre miteinander verbracht, Tag für Tag, Stunde um Stunde.
Du warst überall – in unserem Zuhause, in unseren Gesprächen, in unseren Routinen.
Und nun soll alles plötzlich anders sein?
Mein Kopf weiß es.
Aber mein Herz weigert sich.
Es hält fest, mit aller Kraft.
Die Trauer verändert sich – aber sie geht nie weg
Zehn Monate später ist die Trauer noch da.
Sie ist nicht leiser geworden, nicht leichter. Nur anders.
Am Anfang war sie laut, brennend, raubte mir den Atem.
Jetzt ist sie stiller, aber sie sitzt tiefer.
Sie hat sich in unseren Alltag geschlichen, in unsere Gespräche, in unsere Erinnerungen.
Sie ist Teil von uns geworden – ob wir wollen oder nicht.
Manchmal fühlt sie sich an wie eine Welle, die mich plötzlich überrollt.
Manchmal wie eine schwere Decke, die mich festhält.
Und manchmal, ganz selten, wie ein warmer Hauch, als wärst du für einen Augenblick wieder da.
Dann spüre ich dich. In der Sonne auf meiner Haut, im Lachen der Kinder, in einem Lied, das plötzlich im Radio läuft.
Wir machen weiter – weil du es so wolltest
Wir lernen, mit der Trauer zu leben.
Nicht gegen sie, sondern mit ihr.
Wir lernen, wieder zu atmen, wieder zu lachen – auch wenn das manchmal weh tut.
Das Leben geht weiter, und wir gehen mit. Langsam. Unsicher.
Aber wir gehen. Für dich.
Denn du hättest gewollt, dass wir das tun.
Vielleicht ist das die Hoffnung:
Dass Liebe stärker ist als der Tod.
Dass du immer ein Teil von uns bleibst, auch wenn du nicht mehr hier bist.
Dass die Erinnerung an dich nicht schmerzt, sondern wärmt – irgendwann.
Du fehlst – jeden einzelnen Tag
Du fehlst uns.
In jedem Moment, in jedem Atemzug.
Beim Frühstück, beim Abendessen, beim Gute-Nacht-Sagen.
In all den kleinen Dingen, die früher selbstverständlich waren.
Aber du bist auch da.
In unseren Herzen. In unseren Geschichten. In allem, was wir noch vor uns haben.
Die Liebe bleibt – und sie trägt uns.
Durch jeden Tag ohne dich, durch jede Träne, durch jedes kleine Stück Hoffnung, das sich langsam wieder in unser Leben schleicht.
Zwischen all dem Schmerz bleibt die Liebe – und sie trägt uns. ❤️


Schreibe einen Kommentar