Entscheidungen, die ich ohne dich treffen muss
Manchmal trifft es mich aus dem Nichts: dieser Moment, in dem ich kurz innehalte, weil ich dich etwas fragen möchte. Einfach so. Wie früher.
Aber du bist nicht mehr da.
Früher haben wir alles geteilt – die kleinen Alltagsfragen und die großen Lebensentscheidungen. Jetzt treffe ich sie. Allein. Für mich. Für die Kinder. Für unsere Zukunft, die plötzlich nur noch meine Verantwortung ist.
Und es sind nicht nur die großen Fragen, die schwer sind.
Es sind die kleinen Dinge, die mir das Herz zusammenziehen: Welche Schule ist die richtige? Wie tröste ich die Kinder heute am besten? Was hätte dir gefallen? Was hättest du gesagt?
Manchmal spreche ich noch mit dir. Nicht laut, sondern in Gedanken.
So, als würdest du gleich antworten.
Ich stelle mir vor, wie du mich ansehen würdest – ruhig, klar, liebevoll.
Und manchmal, ganz leise, fühle ich eine Art Echo davon. Kein Satz, kein Wort… eher ein Gefühl.
Ein Gefühl, das mir sagt:
„Du machst das gut.“
Auch wenn ich mich oft gar nicht so fühle.
Es ist schwer, Entscheidungen zu treffen, wenn der Mensch fehlt, mit dem man sie immer geteilt hat.
Es ist schwer, Verantwortung zu tragen, wenn der eigene Halt weggebrochen ist.
Aber jedes Mal, wenn ich einen Schritt gehe, steckt ein Teil von dir in diesem Schritt.
In jeder Entscheidung steckt ein bisschen von dem, was du mir hinterlassen hast:
Liebe. Mut. Vertrauen.
Ich gehe diesen Weg ohne dich – aber niemals ohne das, was wir waren.
Und manchmal reicht genau dieser Gedanke, um weiterzumachen.

Kommentar verfassen